Leserbriefe in der Sächsischen Zeitung - 05.11. und 07./08.11.2020

Leserbrief von Thomas Barth zu den Artikeln in der Sächsischen Zeitung
„Viel Skepsis bei 5G“ (17./18.10.2020)
„Funkmast-Bau kommt ins Stocken“ (23.10.2020)
„Schadet 5G meiner Gesundheit?“ (28.10.2020)


Anwohner und Gemeinderäte werden überrumpelt

In schöner Regelmäßigkeit kommen derzeit Pläne für neue Funkmasten auf den Tisch der Gemeinden: Wildenhain, Zeithain, Cavertitz und nun also Weinböhla. Überall werden Veranstaltungen abgehalten, die für ein „Kennenlernen der Positionen“ sorgen sollen, wie es der Bürgermeister in Weinböhla formulierte. Dafür ist es leider zu spät, denn alle Projekte befinden sich bereits in der Phase der Baugenehmigung, wo Bürger keinen Einfluss mehr haben. Anwohner und Gemeinderäte werden durch die Anträge teilweise arg überrumpelt, und sogenannten „Experten“ wiegeln mögliche Gesundheitsfolgen ab. Dabei gibt es noch keine Studien zur Auswirkung von 5G-Mobilfunk, bei dem mit extrem hohen Frequenzen und völlig neuen Modulationsverfahren gearbeitet wird. Statt im Corona-Lockdown zweifelhafte Exklusivverträge mit der Deutschen Funkturm GmbH auszuhandeln, hätte die Landesregierung mit den Menschen besser vorher über Sinn und Grenzen des Mobilfunkausbaus reden sollen. Dass sie das vernachlässigt hat, schafft wenig Vertrauen in der Bevölkerung für eine Technologie, deren Folgen noch nicht absehbar sind.


Thomas Barth

Quelle: Sächsische Zeitung Riesa vom 05.11.2020, S. 14.

 


Leserbrief zum Artikel "Funkturm-Streit Fall fürs Fernsehen" in der Sächsischen Zeitung vom 15.10.2020

 

Diese Absage klingt nach einer Ausrede

Wie immer wurden die Anwohner nicht gefragt, wenn es um den Bau eines Mobilfunksendemastes geht. Die Kommunen werden überrumpelt und die sogenannten Experten, die uns die neue Technik verkaufen wollen, verharmlosen die gesundheitlichen Risiken. Die Bevölkerung setzt eben andere Prioritäten als die Deutsche Funkturm GmbH. Vermehrter Elektrosmog trägt nicht zur Erholung in den eigenen vier Wänden bei. Die Absage von der Deutschen Funkturm GmbH zu dem Termin am Standort des geplanten Funkmastes klingt wie eine Ausrede. Es sieht eher so aus als ob sie pressescheu wären. Warum finden denn die meisten Veranstaltungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt? Bei Informationsveranstaltungen mit einer hohen Bürgerbeteiligung besteht auch immer die Möglichkeit viele kritische Fragen zu stellen. Denn die Mobilfunkindustrie hat den Beweis für die Unschädlichkeit ihrer Produkte bis heute nicht erbracht.

 

Beate Riesenberg

Quelle: Sächsische Zeitung Riesa vom 07/08.11.2020, S. 16.