Eltern vereint gegen Funkmast - Torgauer Zeitung 09.09.2020

Cavertitz/Nordsachsen. Die Gegner der geplanten Funkanlage bei Cavertitz haben sich mit ihren Sorgen nun auch an die Politik gewandt: Über die 850 Unterschriften, die mittlerweile gegen den Bau des Mastes gesammelt wurden, seien sowohl Landrat Kai Emanuel als auch die Landtagsabgeordnete Dr. Christian Schenderlein und das Mitglied des Bundestages Marian Wendt (beide CDU) informiert worden, teilt Andrea Schneider mit. Sie gehört zu den Mitstreitern der drei Elternräte, die sich gegen das Projekt engagieren und die Unterschriftensammlung initiiert haben.

Neben dem Elternrat der Grundschule und der benachbarten Kita hätten sich auch Mutter und Vater, deren Kinder in der Lampertswalder Einrichtung betreut werden, starkgemacht. „Denn diese Kinder besuchen später ja auch die Cavertitzer Grundschule und nur 150 Meter entfernt davon soll dieser Funkmast aufgestellt werden", begründet sie die Initiative.

Drei Wochen vor den Sommerferien habe man von den Plänen erfahren und sich dann schnell beraten. „Wir haben Sorge um unsere Kinder, wenn sie dann ständig einer Dauerbestrahlung ausgesetzt sind", macht Andrea Schneider deutlich. Die Fragen nach den gesundheitlichen Risiken durch die Funkstrahlung seien viel zu unzureichend geklärt. Auch dass der Vertreter der Deutschen Funkturm GmbH als Bauherr bereits erklärt hatte, der geplante Mast sei zunächst nicht für den 5G-Standard vorgesehen, da dies aktuell keine Priorität habe, beruhigt weder die Eltern noch die Cavertitzer Bürgerinitiative gegen den 5G-Mobilfunkausbau. „Das ist für uns keine Garantie, dass der Mast in Zukunft nicht doch noch für 5G genutet wird", so Andrea Schneider.

Außerdem stelle sich grundsätzlich die Frage nach der Notwendigkeit, da es in Sichtweite auf dem Laaser Berg bereits einen Funkmast gibt und dadurch sogar Empfang auf 4G-Standard möglich ist. In ihren Bemühungen wollen die Gegner des geplanten Neubaus nicht locker lassen. Ziel sei ganz klar, den Standort in der Nähe von Schule, Kita und Wohnbebauung zu verhindern.

Text: Jana Brechlin

Torgauer Zeitung vom 09.09.2020

Steht der Mast, hat 5G plötzlich Priorität - OAZ 08.09.2020

Zum Beitrag „Widerstand gegen geplanten Funkmast wächst“ vom 2. September:

So wie Cavertitz geht es zur Zeit vielen Orten: Direkt vor Schule, Hort und Kindergarten soll ein neuer Funkturm gebaut werden. Herr Branse von der Deutschen Funkturm GmbH behauptet, dass damit Funklöcher gestopft werden sollen und die Bestückung des Mastens mit 5G-Technik „im Moment keine Priorität“ habe bzw. dafür „jetzt nicht vorgesehen“ sei (OAZ vom 21.07.2020).

In Sichtweite dieses Standorts steht jedoch bereits ein Funkmast, der ein ausreichendes Signal liefert. Wozu also dieser neue Mast? Nur 5G-Technik muss so dicht an die Wohnbebauung heran, da sie eine geringere Reichweite hat. Wenn der Mast steht, hat es dann plötzlich doch Priorität, und die 5G-Technik, von der völlig unbekannt ist, wie sie sich auf die Gesundheit auswirkt, wird installiert.

Mit dem Verweis auf die Einhaltung bestehender Grenzwerte sollen Bürger ruhig gestellt werden. Doch Deutschland hat europaweit die höchsten Grenzwerte, die von einer industrienahen Organisation nach Gutdünken festgelegt werden. Auf der Webseite www.diagnose-funk.org kann man sich informieren, welche gesundheitlichen Auswirkungen Mobilfunkstrahlung haben kann. Die dort aufgeführten Studien werden seit Jahrzehnten von der Politik ignoriert, damit das Geschäft mit dem Mobilfunk läuft. Wir Einwohner zahlen dafür den Preis mit unserer Gesundheit. Dagegen setzt sich die Bürgerinitiative Cavertitz zur Wehr. Auf unserer Infoveranstaltung am 9. September um 19.30 Uhr in der Remise des Gestüts Cavertitz kann sich jeder darüber informieren.

Thomas Barth, Treptitz

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 08.09.2020