Eltern vereint gegen Funkmast - OAZ 07.09.2020

Cavertitzer schicken Briefe an Politiker

Cavertitz. Die Gegner der geplanten Funkanlage bei Cavertitz haben sich mit ihren Sorgen nun auch an die Politik gewandt: Über die 850 Unterschriften, die mittlerweile gegen den Bau des Mastes gesammelt wurden, seien sowohl Landrat Kai Emanuel als auch die Landtagsabgeordnete Dr. Christiane Schenderlein und das Mitglied des Bundestages Marian Wendt (beide CDU) informiert worden, teilt Andrea Schneider mit. Sie gehört zu den Mitstreitern der drei Elternräte, die sich gegen das Projekt engagieren und die Unterschriftensammlung iniitiert haben.

Neben dem Elternrat der Grundschule und der benachbarten Kita hätten sich auch Mütter und Väter, deren Kinder in der Lampertswalder Einrichtung betreut werden, stark gemacht. „Denn diese Kinder besuchen später ja auch die Cavertitzer Grundschule und nur 150 Meter entfernt davon soll dieser Funkmast aufgestellt werden“, begründet sie die Initiative.

Drei Wochen vor den Sommerferien habe man von den Plänen erfahren und sich dann schnell beraten. „Wir haben Sorge um unsere Kinder, wenn sie dann ständig einer Dauerbestrahlung ausgesetzt sind“, macht Andrea Schneider deutlich. Die Fragen nach den gesundheitlichen Risiken durch die Funkstrahlung seien viel zu unzureichend geklärt. Auch dass der Vertreter der Deutschen Funkturm GmbH als Bauherr bereits erklärt hatte, der geplante Mast sei zunächst nicht für den 5G-Standard vorgesehen, da dies aktuell keine Priorität habe, beruhigt weder die Eltern noch die Cavertitzer Bürgerinitiative gegen den 5G-Mobilfunkausbau. „Das ist für uns keine Garantie, dass der Mast in Zukunft nicht doch noch für 5G genutzt wird“, so Andrea Schneider.

Außerdem stelle sich grundsätzlich die Frage nach der Notwendigkeit, da es in Sichtweite auf dem Laaser Berg bereits einen Funkmast gibt und dadurch sogar Empfang auf 4G-Standard möglich ist. In ihren Bemühungen wollen die Gegner des geplanten Neubaus nicht locker lassen. Ziel sei ganz klar, den Standort in der Nähe von Schule, Kita und Wohnbebauung zu verhindern.

Text: Jana Brechlin

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 07.09.2020

 

Widerstand gegen geplanten Funkmast wächst - OAZ 02.09.2020

Bisher 850 Unterschriften gesammelt / Bürgerinitiative bereitet Informationsabend vor / Landratsamt entscheidet über Bau

Cavertitz. Der Widerstand gegen den geplanten Funkmast am Cavertitzer Ortsrand wächst weiter. Wie Beate Riesenberg von der Bürgerinitiative gegen den 5G-Ausbau mitteilt, haben mittlerweile 850 Menschen die Petition gegen den Bau unterzeichnet. „Und es kommen immer noch Unterschriften hinzu“, kündigt sie an.

Die Sorgen der Cavertitzer würden sich dabei vor allem um die Nähe zur Grundschule des Ortes drehen. „Aber auch die Kindertagesstätte ist gleich nebenan und der Hort ebenfalls nicht weit weg. Die Menschen fragen sich schlichtweg, ob es sein muss, dass in dieser geringen Distanz ein neuer Funkmast entsteht“, bringt sie die Bedenken auf den Punkt. Deshalb lädt die Bürgerinitiative (BI) am Mittwoch, dem 9. September, zu einer Informationsveranstaltung ein. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Remise des Gestüts Cavertitz. Dort wolle man darüber informieren, welche Technologie hinter 5G steckt und welche Gefahren und gesundheitliche Beeinträchtigungen damit verbunden sein können, heißt es in einer Mitteilung der BI. Seit ihrer Gründung im Juni dieses Jahres haben sich bisher über 80 Personen der Initiative angeschlossen, die dem Ausbau der neuen Funktechnologie entgegen treten wollen.

Bereits im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass zwischen dem Versuchsgut Köllitsch bis Nossen sowie von Dürrweitzschen bis Meißen über eine Fläche von 2000 Quadratkilometern ein 5G-Testfeld entstehen soll, um die Anwendung der Technologie in der Landwirtschaft zu untersuchen. Damit, so das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das dafür mit der Technischen Universität Dresden zusammenarbeitet, könnte etwa der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln viel genauer ermittelt werden, was eine umwelt- und ressourcenschonenderes Arbeit ermögliche.

Steffen Branse von der Deutschen Funkturm GmbH, die den Mast bei Cavertitz bauen will, hatte bei einem Vor-Ort-Termin erklärt, dass dieser mit Anlagen bestückt werden soll, um Lücken im Handynetz zu schließen. Der 5G-Standard sei dabei nicht vorgesehen. Wie die Befürworter des geplanten Testfeldes verwies auch Branse auf die Bundesnetzagentur, die die Grenzwerte zur Funkstrahlung veröffentlicht und darauf, dass diese mit der aktuellen und der geplanten Technologie deutlich unterschritten werden.

Für die Mitglieder und Fürsprecher der Cavertitzer Bürgerinitiative ist das kein Grund, sich zurückzulehnen. Sie warnen vor dem weiteren Ausbau des Funkmasten-Netzes. Mit der Informationsveranstaltung am 9. September wende man sich an alle Einwohner und Vertreter der Gemeinde, aber auch an die Landverpächter, die womöglich Anfragen von Mobilfunkunternehmen bekommen haben, und die unsicher sind, ob sie der Errichtung einer solchen Funkanlage auf ihrem Grundstück zustimmen sollen. Zudem soll es Informationsmaterial geben, das den Besuchern zur Verfügung gestellt wird.

Zu Beginn des Sommers war der Funkmast-Bau bereits Thema im Cavertitzer Gemeinderat: Die Kommune entscheidet lediglich über das gemeindliche Einvernehmen und muss dafür Kriterien wie Zufahrt, Löschwasserversorgung oder Bauen im Außenbereich beachten. Nach langer Diskussion gab es sieben Ja-, fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Die Genehmigung zum Bau muss letztlich das Landratsamt Nordsachsen erteilen.

Text: Jana Brechlin

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 02.09.2020