„Die Eltern machen sich Sorgen“ - OAZ 17.07.2020

Diskussion um geplanten Funkmast bei Cavertitz hat Grundschule erreicht

Die Diskussion um den geplanten Funkmast am Ortsrand vor Cavertitz hat auch die Grundschule erreicht. Wie Leiterin Ilona Berscheidt berichtete, beschäftige das Thema vor allem die älteren Schüler.

Zur jüngsten Sitzung des Cavertitzer Gemeinderates war bekannt geworden, dass vor dem Dorf ein knapp 50 Meter hoher Mast für Funkbetrieb errichtet werden soll (wir berichteten). Nachdem sich kurz zuvor in der Gemeinde eine Bürgerinitiative gegen den Ausbau des 5G-Standards gegründet hatte, gab es dazu viele Fragen. Von Gegnern des Ausbaus wird immer wieder die Strahlenbelastung ins Feld geführt und damit verbunden werden Befürchtungen wegen der gesundheitlichen Folgen laut.

Mit diesen Sorgen hätten sich auch Elternvertreter an sie gewandt, sagte die Leiterin der Grundschule Ilona Berscheidt. „Der Mast soll am Ortsrand entstehen, da sind Schule und Kindergarten nicht weit weg – das ist es, was die Mütter und Väter beschäftigt“, hat sie erfahren, „die Eltern machen sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder.“

Weil Kinder auch diese Diskussionen mitbekommen, seien Mädchen und Jungen durchaus ebenfalls aufgeschreckt. „Wenn sich Kinder äußern und da Sorgen haben, gehen die Lehrer darauf ein“, versicherte die Leiterin. Das geschehe eher am Rande, im Unterricht spiele das Thema keine Rolle, da stehe das Aufholen des Lehrplanes im Vordergrund. Dazu komme, dass Lehrer für diese Fragen auch keine Experten seien und das Meinungsbild im Ort durchaus gemischt ist. „Wir wollen ja alle den technischen Fortschritt und es gibt auch Einwohner, die dafür sind“, beschreibt Ilona Berscheidt die Situation.

Noch ist unklar, wie der Bauantrag für die Errichtung des Mastes in Schleuderbetonbauweise beschieden wird. Genehmigungsbehörde dafür ist das Landratsamt Nordsachsen. Der Gemeinderat wird hier lediglich um sein Einvernehmen ersucht. Das wurde – nach einiger Diskussion auch erteilt. Dabei mussten vor allem Fragen zur Zufahrt oder zur Lage im Außenbereich geklärt werden.

Text: Jana Brechlin

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 17.07.2020

 

Diskussion um Funkturm in Cavertitz - OAZ 10.07.2020

Mast soll am Ortsrand entstehen

Cavertitz. Das hatte schon Seltenheitswert: Die Abstimmung über den Bau einer Funkantenne bei Cavertitz fiel im Gemeinderat alles andere als einmütig aus. Normalerweise finden die Räte in der Diskussion meist einen Konsens. Bei dem Beschluss zum gemeindlichen Einvernehmen sah das anders aus. Zwar wurde dies erteilt, aber sieben Ja- standen fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gegenüber.

Das offenbarte viele offene Fragen und die Brisanz des Themas. So war unklar, was für ein Funkstandard dort überhaupt installiert werden soll. Gerade angesichts der Diskussionen um den Ausbau mit 5G-Funk eine heikle Angelegenheit. So waren einige Räte bereits durch die Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative gegen 5G sensibilisiert. „Wir werden angestoßen, darüber nachzudenken“, sagte Michael Krauspe (CDU) und räumte ein, das Thema beschäftige ihn seit kurzem auch. Für Diskussionen sorgte die Nähe zur Ortslage, da der knapp 50 Meter hohe Mast in der Nähe des Gestütes aufgestellt werden soll – 75 bis 100 Meter vor der nächsten Wohnbebauung.

Dabei obliegt die Entscheidung zur Baugenehmigung dem Landratsamt. Die Gemeinde muss lediglich über Fragen wie Zufahrt, die Versorgung mit Löschwasser oder das Bauen im Außenbereich befinden. „Da passt alles, man kann das Einvernehmen erteilen“, brachte Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos) die Empfehlung der Verwaltung auf den Punkt. Doch auch ihr sei der Mast zu nah an der Wohnbebauung. Mario Röder (SPD) gab zu bedenken, dass dieser nur zehn Meter vom Überschwemmungsgebiet der Dahle entfernt und damit bei Hochwasser gefährdet ist.

„Ich werde mit Nein stimmen“, kündigte Dietmar Sahlbach (VÖG) an. Der Mast sei zu nah an der Wohnbebauung, verunstalte das Ortsbild und zudem sei die Strahlenbelastung unklar. „Wir sind nicht hier, um darüber zu befinden, was gesundheitsgefährdend ist“, meinte dagegen Mathias Gründel (CDU) und Parteifreund Kenneth Schmidt erklärte, er wolle Bedenken nicht einfach vom Tisch wischen, sei andererseits dafür, die neue Technik zu nutzen.

Womöglich kommt noch einmal Bewegung in die Sache. Dietmar Sahlbach informierte im Nachgang der Sitzung, man wolle mit dem Bauherrn das Gespräch suchen und darauf hinwirken, dass ein anderer Standort, weiter weg vom Ort, gefunden wird.

Text: Jana Brechlin

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 10.07.2020