Leserbrief Angela Meier - OAZ 08.06.2021

Mobilfunk: Menschen fordern ihr Recht ein

Zu den Beiträgen „Mobilfunk-Ausschuss abgelehnt“ in der OAZ vom 21. Mai und „Vodafone forscht bald in Dresden“ in der OAZ vom 31. Mai:


Ich bin Leserin der Zeitschrift GEO. Gerade in dieser beschäftigen sich immer mehr Artikel mit Versuchen, die negativen Folgen des fortschreitend massiveren Einflusses von Technik auf die Umwelt rückgängig zu machen oder einzudämmen. Die Schäden, die wir an der Natur und damit an uns selbst anrichten, versuchen wir im Nachgang zu mildern. Was ist falsch daran, im Vorfeld eine Technikfolgeabschätzung der biologischen Wirkung von 5G und 6G zu verlangen? Die Grenzwerte werden offiziell eingehalten, aber weder Industrie noch staatliche Behörden können die Unschädlichkeit des ständig dichter werdenden Frequenzmixes garantieren. Deshalb fordern – wie in der Gemeinde Cavertitz – immer mehr Bürger ihr Recht ein, sich demokratisch einzubringen, bevor Neuentwicklungen im Mobilfunk in rasantem Tempo eingeführt werden. Es geht um die Durchsetzung des Vorsorgeprinzips des Staates bis in die kommunale Ebene zum Schutz der Bürger. Wenn wir bald flächendeckende Netze von Funktürmen konkurrierender Anbieter haben, wie sollen dann noch Studien zu den Auswirkungen dieser erfolgen? Vergleichsfelder fehlen dann. Wer kann dann für gesundheitliche Schäden zur Verantwortung gezogen werden? Wie sollen wir unseren Kindern und Enkeln unsere Gleichgültigkeit und Sorglosigkeit erklären? Im übrigen liegt die Brisanz der vom Gemeinderat Dr. Steinmann kritisierten, von unabhängigen Ärzten durchgeführten Naila-Studie nicht in der Bewertung der Höhe der einzelnen Krebsarten, sondern darin, dass im Radius von 400 Metern um den Funkturm der Anteil der neu aufgetretenen Krebsfälle dreifach höher ist und der Eintritt durchschnittlich acht Jahre früher erfolgte, im Vergleich zu den Fällen, die im weiter entfernten Bereich auftraten. Das sollte bei Standortentscheidungen, so auch in Cavertitz, dringend berücksichtigt werden.

Angela Meier, Cavertitz

 

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 08.06.2021, S. 14.

Vodafone forscht bald in Dresden - OAZ 31.05.2021

Zuschlag für neues Entwicklungszentrum mit 200 Arbeitsplätzen

Dresden/Düsseldorf.

Der Telekommunikationskonzern Vodafone will in Dresden ein Mobilfunk-Entwicklungszentrum bauen. Nachdem Gespräche mit acht Städten in Europa geführt worden seien, habe man sich für die sächsische Landeshauptstadt als Standort entschieden, teilte Vodafone am Sonntag in Düsseldorf mit. An dem Zentrum sollen mehr als 200 Arbeitsplätze entstehen. Über den Zeitpunkt des Baustarts wurden ebenso wenig Angaben gemacht wie über das Investitionsvolumen. „Die Entscheidung ist ein weiteres starkes Bekenntnis zum Industriestandort im Herzen Europas“, sagte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer „hervorragenden Nachricht“.

Schlüsselrolle für 6G-Ausbau in Europas Mobilfunknetz

Es geht unter anderem um Digitalanwendungen für den Verkehr, die Landwirtschaft, das Gesundheitswesen und für Gebäude. Die Technik wird zunächst für den Mobilfunkstandard 5G entwickelt, dessen Netz Vodafone seit 2020 in Deutschland ausbaut und hierbei mit der Deutschen Telekom und Telefónica (O2) konkurriert. Außerdem wird sich das Kompetenzzentrum mit der 6. Mobilfunkgeneration (6G) befassen. Im Mobilfunk wird grob gesagt alle zehn Jahre ein neuer Standard marktreif – etwa 2030 könnte es so weit sein bei dem designierten 5G-Nachfolger.

Bei 6G würde die Übertragungsgeschwindigkeit nochmals deutlich steigen und die Reaktionszeit weiter verkürzt. Im Umgang mit den rasant steigenden Datenmengen und neuen technischen Möglichkeiten wie Virtual Reality und autonom fahrenden Fahrzeugen wäre 6G ein weiterer großer Schritt nach vorn im Digitalzeitalter. Vodafone hat seine Mobilfunk-Entwicklungseinheiten bisher an verschiedenen Standorten in Europa, der neue Dresdner Standort soll eine konzerninterne Schlüsselfunktion für 6G für ganz Europa bekommen.

Autor: André Stahl

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 31.05.2021, S. 6.