Leserbief von Dirk Engel - OAZ 07.12.2020

Zum Artikel „Baugenehmigung für Funkmast in Cavertitz“ - OAZ vom 01.12.2020

Ach ja, da war doch noch etwas anderes außer Corona. Fast in Vergessenheit geraten ist unser Kampf gegen den 5G Ausbau, der ungemindert voranschreitet. Mit dem Ausbau dieser Hochrisikotechnologie drohen verheerende gesundheitliche Folgen für Mensch, Tier und Natur, sowie die totale Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung (www.diagnose-funk.org). Cavertitzer Bürger wollen sich und ihre Kinder, die Schule und Kindergarten, unmittelbar in der Nähe des geplanten Funkmastes besuchen, nicht diesen Risiken ausliefern lassen. Sie bestehen auf ein Vorsorgekonzept der Gemeinde und ziehen juristische Schritte in Betracht. Bürger in Mahlis hatten im vergangen Jahr diesbezüglich bereits Erfolg. Aber auch in Oschatz sollten die Bürger wachsam sein und den Ausbau von 5G genau beobachten und bei der Stadt Stellungnahme einfordern. Denn auch dieses Thema betrifft uns alle.

 

Dirk Engel, Oschatz

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 07.12.2020

Leserbrief von Florian Stehl - OAZ 10.12.2020

Sorgen berechtigt, aber nicht immer begründet


Zur Diskussion um den Funkturm Cavertitz und die jüngste Lesermeinung vom 4. Dezember:
 Der Funkmast am Rande von Cavertitz ist unerlässlich, denn ein Mobilnetz sucht man vielerorts verzweifelt. Das kann nervig sein, wenn man einen alltäglichen Anruf tätigen möchte, aber es kann zur lebensgefährlichen Realität werden, wenn in oder um Cavertitz ein Notruf abgesetzt werden muss. Der Notruf ist zwar nur selten notwendig, aber wenn es doch zum Notfall kommt, dann ist der Aufschrei groß: Warum ist es nicht mal möglich Hilfe zu rufen?

Daher hat die Telekom schon vor langer Zeit um die Meldung von Funklöchern gebeten. Viele Betroffene und auch ich haben sich dabei beteiligt und das offenbar mit Erfolg. Nun ist es soweit und ein Funkmast soll Abhilfe schaffen. Der Standort ist umstritten. Das kann ich nachvollziehen, aber die Argumente der Gegner überwiegen für mich nicht. Es stimmt, dass es unterschiedliche Ansichten über die Gefahr von elektromagnetischen Wellen gibt. Das ist aber in der wissenschaftlichen Betrachtung nichts Unübliches. So kann man auch über heute unstrittige Themen mehrere konträre wissenschaftliche Standpunkte finden.

Ganz aktuell wurde in der Corona-Pandemie beispielsweise die Wirkung von Ibuprofen auf Infizierte untersucht. Auch hierzu haben Wissenschaftler unterschiedliche Meinungen. Schlussendlich lag es aber an wissenschaftlichen Fehlern bei denjenigen, die negative Effekte vermuteten. Daher werden diese Standpunkte von Experten abgewogen und Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen festgestellt. Das entspricht dem Standard bei solchen Untersuchungen. Ergebnisse solcher Abwägungsprozesse für elektromagnetische Felder veröffentlichen nicht nur das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), sondern auch die internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP). Beide kommen zu dem Schluss, dass die deutschen Grenzwerte, die auch mit dem Standort in Cavertitz eingehalten werden, nicht schädlich sind.


Ich höre auf das Wort der vielen Experten, die sich die Abwägung der Argumente sicher nicht einfach machen und bin davon überzeugt, dass die Kinder keine Testobjekte sind. Sorgen sind vielerorts sicher berechtigt, aber nicht immer begründet.

Florian Stehl, Cavertitz

Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 10.12.2020, S. 14.

 


Anmerkungen seitens unserer Bürgerinitiative zu diesem Leserbrief:

1. Der Vergleich mit Ibuprofen-Studien ist absurd und hat hier nichts zu suchen.

2. Die Internationale Kommission ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) ist keine neutrale Organisation, sondern ein Gremium aus mobilfunknahen "Wissenschaftlern", die nach Gutdünken die Grenzwerte festlegt und notorisch alle neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu schädlichen Auswirkungen von Elektromagnetischer Strahlung ignoriert. In der Kommission sitzt weder ein Mediziner noch ein Vertreter der mobilfunkkritischen Organisationen. Das Bundesamt für Strahlenschutz

Siehe auch den >> Beitrag auf der Webseite von diagnose:funk e.V. zum Problem zum Problem Grenzwerte und ICNIRP.