Neues Vodafone-Entwicklungszentrum: Dresden wird zur 6G-Schnittstelle in Europa - RND online 30.05.2021

Neues Vodafone-Entwicklungszentrum: Dresden wird zur 6G-Schnittstelle in Europa


•    Die meisten Smartphone-Besitzerinnen und -Besitzer sind mittels 4G-Funkstandard mit dem Internet verbunden – noch.
•    Denn die Telekommunikationsbranche arbeitet mit Hochdruck am Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes.
•    Vodafone plant nun schon den Umgang mit 6G.

Dresden/Düsseldorf.
Der Telekommunikationskonzern Vodafone will ein Mobilfunk-Entwicklungszentrum in Dresden bauen. Nachdem Gespräche mit acht Städten in Europa geführt worden seien, habe man sich für die sächsische Landeshauptstadt als Standort entschieden, teilte Vodafone am Sonntag in Düsseldorf mit. An dem neuen Zentrum sollen in den kommenden Jahren mehr als 200 Arbeitsplätze entstehen. Über den Zeitpunkt des Baustarts wurden ebenso wenig Angaben gemacht wie über das Investitionsvolumen. „Die Entscheidung ist ein weiteres starkes Bekenntnis zum Industriestandort im Herzen Europas“, sagte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter.

Es geht unter anderem um Digitalanwendungen für den Verkehr, die Landwirtschaft, das Gesundheitswesen und für Gebäude. Die Technik wird zunächst für den Mobilfunkstandard 5G entwickelt, dessen Netz Vodafone seit dem vergangenen Jahr in Deutschland ausbaut und hierbei mit der Deutschen Telekom und Telefónica (o2) konkurriert. Außerdem wird sich das Kompetenzzentrum mit der 6. Mobilfunkgeneration (6G) befassen. Die Entwicklung dieses Funkstandards steckt noch in den Kinderschuhen. Im Mobilfunk wird grob gesagt alle zehn Jahre ein neuer Standard marktreif - etwa 2030 könnte es so weit sein bei dem designierten 5G-Nachfolger.

Vodafone: Dresden bekommt eine Schlüsselfunktion für 6G in ganz Europa

Bei 6G würde die Übertragungsgeschwindigkeit nochmals deutlich steigen und die ohnehin schon geringe Latenz – also die Reaktionszeit – verkürzt. Im Umgang mit den rasant steigenden Datenmengen und neuen technischen Möglichkeiten wie Virtual Reality und autonom fahrenden Fahrzeugen wäre 6G ein weiterer großer Schritt nach vorn im Digitalzeitalter. Vodafone-Manager Ametsreiter wertete die Standort-Entscheidung für Dresden als „Signal für dieses Land“: „Die Zukunft der Digitalisierung wird in Deutschland erdacht.“ Vodafone hat seine Mobilfunk-Entwicklungseinheiten bisher an verschiedenen Standorten in Europa, der neue Dresdner Standort soll eine konzerninterne Schlüsselfunktion für 6G für ganz Europa bekommen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier begrüßte laut der Mitteilung die Entscheidung. „Die Attraktivität Dresdens und Sachsens als Innovationsregion wird hier erneut sichtbar“, teilte der CDU-Politiker mit. „Und die Entscheidung zeigt: Deutschland ist und bleibt Hochtechnologiestandort.“ 5G und 6G seien als Zukunftstechnologien grundlegend für die weitere Digitalisierung der Industrie, insbesondere auch der für Deutschland so wichtigen Automobilindustrie. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer „hervorragenden Nachricht“.

RND/dpa

Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) online 30.05.2021 (Abruf am 04.06.2021)

https://www.rnd.de/wirtschaft/dresden-neues-6g-vodafone-entwicklungszentrum-schluesselfunktion-in-ganz-europa-J6465TFAQUE4WCY3CDM2R2P3RQ.html

 

Mobilfunk-Ausschuss abgelehnt - OAZ 21.05.2021

Antrag auf beratendes Gremium in Cavertitz fällt wegen formaler Mängel durch

Cavertitz. In der Gemeinde Cavertitz wird es vorerst keinen beratenden Ausschuss zum Mobilfunkausbau geben. Einen entsprechenden Antrag hatte Conny Zocher im April gestellt.

Nötige Zahl von Unterschriften nicht erreicht
Die Gemeinderätin (CDU) ist auch Mitglied in der Bürgerinitiative Cavertitz gegen 5G und hatte sich dafür stark gemacht, ein solches Gremium ins Leben zu rufen, um Einwohnern die Möglichkeit zu schaffen, auf Planungen hinsichtlich künftiger Funkmasten Einfluss nehmen zu können. Der Antrag wurde aus formalen Gründen abgelehnt. Konkret gehe es um die fehlende Anzahl von Unterschriften, erklärte Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos). Sie informierte die Räte zur Sitzung dieser Woche, dass man zwar überlegt habe, den Antrag dennoch im Rat zu behandeln, davon nach einer Beratung im Kommunalamt jedoch abgekommen sei. „Uns ist dringend empfohlen worden, auf die Einhaltung der formalen Bedingungen zu bestehen, um keinen Präzedenzfall zu schaffen“, sagte sie.

Offenbar weiterer Funkmast bei Wohlau geplant
Man habe die Ablehnung zur Kenntnis genommen, sagte Beate Riesenberg von der Bürgerinitiative (BI) zur Ratssitzung in dieser Woche und machte gleichzeitig deutlich, dass man weiter dranbleiben wird. Sie berichtete, dass ein weiterer Funkmast in der Nähe von Wohlau geplant sei. Zuvor hatte der Anbieter Vodafone in Cavertitz seine Pläne vorgestellt, zwischen Olganitz und Bockwitz einen Masten zu errichten. Außerdem liegt eine Baugenehmigung für einen Mast der Deutschen Funkturm GmbH im Ortsrand von Cavertitz vor. Die Pläne wurden von der BI vor allem mit Blick auf die nahe Wohnbebauung sowie die Grundschule scharf kritisiert. „Das verdichtet sich jetzt“, sagte Riesenberg mit Blick auf die Bauvorhaben. Thomas Barth von der BI in Cavertitz sagte, der Bauantrag für den bei Wohlau vorgesehenen Mast liege mittlerweile fast zwei Jahre zurück, weshalb es auch im Gemeindegebiet Cavertitz von Interesse sei, welche Bemühungen es diesbezüglich in den vergangenen Jahren gegeben habe. Die Vertreter der Bürgerinitiative ließen keine Zweifel daran, dass man auch künftig seine Stimme erheben werde, wenn es um Mobilfunkausbau geht und diesbezüglich mehr Bürgerbeteiligung erreichen wolle.

Initiative setzt weiter auf Beteiligung
„Es geht nicht um Konfrontation, sondern um Beteiligung“, betonte Thomas Barth. Er überreichte im Gemeinderat die Broschüre „Kommunale Handlungsfelder“ der Organisation „Diagnose:Funk“, die Hinweise gibt, wie kommunale Einflussnahme beim Ausbau und eine Mitsprache möglich ist. Abgesehen von einem beratenden Ausschuss könnten Einwohner auch anderweitig beteiligt werden, so Barth und verwies auf die Stadt Leipzig: „Dort ist jetzt ein runder Tisch zum Mobilfunkausbau geplant.“

Gemeinderat legt Thesen zum Antrag dar
Den Tagesordnungspunkt Anfragen der Gemeinderäte nutzte Ratsmitglied Dr. Frank Steinmann (SPD), um eine Niederschrift „Sieben Thesen zum Ansinnen der Bürgerinitiative“ zu verteilen. Steinmann ging auf Formalien und sachliche Argumente im Antrag ein. So verwies er darauf, dass Ausschüsse laut Hauptsatzung zunächst aus den Reihen der Gemeinderäte zu bilden sind und sachkundige Einwohner hinzugezogen werden können. „Die sachlichen Argumente sind mir am wichtigsten“, betonte der Gemeinderat. So würden elementare Kenntnisse über elektromagnetische Wellen außer acht gelassen und falsche Behauptungen zu Grenzwerten verbreitet. Zudem gebe es keine seriösen Untersuchungen, die belegen, dass durch Mobilfunk ein Anstieg von Krebserkrankungen erfolgt. Das gelte auch für die oft zitierte Naila-Studie: Dabei wurde in diesem Zusammenhang zwar ein erhöhter Wert an Brustkrebs festgestellt, gleichzeitig sank die Zahl der Darmkrebsfälle bei Frauen.

Autorin: Jana Brechlin

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung vom 21.05.2021, S. 16.