Nach Cavertitz jetzt Olganitz: Neuer Funkmast im Gespräch - OAZ 28.01.2021

Betreiber hält an Plänen fest und soll Öffentlichkeit über das Vorhaben informieren

 

In Cavertitz ist die Baugenehmigung für einen Funkmast erteilt, in der Nähe von Olganitz soll ebenfalls ein Turm für Mobilfunk gebaut werden. Darüber informierte Bürgermeisterin Christiane Gürth (parteilos) die Gemeinderäte zur Sitzung diese Woche. Dabei sind die Bestrebungen schon länger bekannt, jetzt habe sich der Betreiber abermals gemeldet und mitgeteilt, dass man am Vorhaben zwischen den Orten Bockwitz und Olganitz festhalte.

Mittlerweile hat sich in der Kommune deutlicher Widerstand gegen diese Anlagen formiert. So macht die Bürgerinitiative (BI) Cavertitz gegen 5G mobil gegen die Pläne des Baus am Ortsrand und kritisiert dabei vor allem die Nähe zu Schule und Kindergarten.

„Ich habe das Unternehmen darüber informiert, dass es eine Bürgerinitiative gibt und darum gebeten, dass über die Pläne informiert wird, damit die Bürger Bescheid wissen“, sagte Christiane Gürth. Geplant sei, dafür das Veröffentlichungsblatt der Gemeinde zu nutzen und außerdem eine Informationsveranstaltung durchzuführen – wahrscheinlich im April. Dort sollen dann Gäste auch die Möglichkeit haben, Fragen an den Anbieter zu richten.

„Der Technik kann man sich nicht verschließen, aber mir ist es wichtig, dass sich die Bürger mitgenommen fühlen“, unterstrich sie und betonte, es werde nicht im Verschwiegenen gearbeitet. Dem stimmten auch Gemeinderäte zu und verwiesen darauf, dass dies auch bereits der Fall gewesen sei als es um den Funkmast, der nun in Cavertitz gebaut werden soll, ging. „Die Argumentation, dass dabei über die Köpfe der Leute entschieden wurde, kann ich nicht akzeptieren“, sagte Mathias Gründel (CDU). Die Sitzungen des Gemeinderates seien öffentlich, so dass Interessierte schon frühzeitig die Möglichkeit haben, sich zu informieren – das geschehe nur kaum. Auch Kenneth Schmidt (CDU) bekräftigte, man sei sich einig, den Prozess weiter transparent zu gestalten.

Auftraggeber für den Funkmast zwischen Bockwitz und Olganitz ist der Mobilfunkbetreiber Vodafone. In Cavertitz will dagegen die Deutsche Funkturm GmbH bauen. Zwar gibt es mittlerweile auch einen Widerspruch gegen die Baugenehmigung. Dieser habe jedoch keine aufschiebende Wirkung, bestätigte auch Bürgermeisterin Christiane Gürth.

Der Vertreter der Deutschen Funkturm Steffen Branse hatte bereits gegenüber der OAZ mitgeteilt, das Unternehmen werde die Vorbereitungen zum Bau wie geplant fortsetzen, der eingelegte Widerspruch habe darauf keinen Einfluss. Ein Termin für den Baustart wurde jedoch noch nicht genannt.

"Technik kann man sich nicht verschließen, aber mir ist wichtig, dass sich die Bürger mitgenommen fühlen". Christiane Gürth Bürgermeisterin

BU: In der Nähe von Olganitz soll ein Funkmast gebaut werden. Die Gemeinde Cavertitz will, dass die Anbieter zuvor auch die Einwohner über ihre Pläne informieren.
Foto: DPA

Text: Jana Brechlin

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 28.01.2021

Jetzt mit Anwältin gegen Funkturm - OAZ 22.01.2021

Cavertitz/Mahlis. Die Bürgerinitiative (BI) gegen 5G Cavertitz will den Bau des geplanten Funkturmes am Ortsrand weiter verhindern. Zur Kritik der Initiative gehört, dass der für Mobilfunk vorgesehene Mast bei Cavertitz zu nah an der Wohnbebauung sowie an Grundschule und Kindertagesstätte ist. Die Mitglieder der BI befürchten gesundheitliche Risiken durch die Strahlenbelastung. Darauf machten sie zuletzt auch mit Bannern, die im Ort angebracht wurden, aufmerksam. Unterstützt wurden sie dabei von Eltern und Einwohnern.


Die BI setzt weiter auf den Austausch mit Gleichgesinnten. Wie Beate Riesenberg und Thomas Barth mitteilen, sei diese Woche ein offener Brief des Bündnisses verantwortungsvoller Mobilfunk Deutschland unterzeichnet worden, der sich an den Bundespräsidenten sowie alle Bundes- und Landespolitiker richtet. Auch die Bürgerinitiative Mahlis unterstützt die Aktion, an der sich 150 Bürgerinitiativen und Vereine beteiligt haben. Auslöser war offenbar die Dialoginitiative zum 5G-Funk der Bundesregierung. Dabei würden Risiken unter den Teppich gekehrt und sich über den rasant steigenden Energiebedarf durch 5G sowie die Möglichkeit der Überwachung ausgeschwiegen. Die Initiativen fordern unter anderem eine Folgenabschätzung durch unabhängige Experten, Strahlenminimierung und die Beachtung des Vorsorgeprinzips.


Die Cavertitzer unterstützen außerdem die Petition gegen den Ausbau des 5G-Netzes in Oschatz, die Dirk Engel diese Woche Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) überreicht hat. „Die lokale Vernetzung mit ähnlichen Initiativen hat für uns weiterhin einen großen Stellenwert, da das Problem Mobilfunkausbau derzeit fast jede Gemeinde betrifft“, heißt es.


Für ihr Ziel, den Bau des Funkturmes am Ortsrand zu verhindern, setzt die BI Cavertitz auch auf juristischen Beistand. So werde man von einer Anwältin unterstützt, die bereits mehrere Funktürme verhindern konnte und eine Anwohnerin vertritt, die beim Landratsamt Nordsachsen Widerspruch gegen die Baugenehmigung für den Funkturm eingelegt hat.


Darüber ist man auch beim Bauherrn, der Deutschen Funkturm GmbH, im Bilde – ohne allerdings sonderlich beeindruckt zu sein. „Uns ist bekannt, dass ein Drittwiderspruch vorliegt“, bestätigt Steffen Branse vom Unternehmen auf Anfrage. Dieser habe jedoch keine aufschiebende Wirkung. „Das ist für uns keine Veranlassung, die vorbereitenden Tätigkeiten zu unterbrechen“, so Branse. Über den Baubeginn werde man sowohl den Landeigentümer als auch die Gemeinde zu gegebener Zeit informieren. Zum Argument der Kritiker zu gesundheitsschädlichen Funkstrahlen verweist Steffen Branse auf geltende Grenzwerte. Diese seien auf breiter Datenbasis, etwa der Weltgesundheitsorganisation und des Bundesamtes für Strahlenschutzes, gesetzlich festgelegt und die Werte der Funkanlagen würden deutlich darunter liegen.

Info offener Brief : www.bvmde.org

Text: Jana Brechlin

Quelle: Oschatzer Allgemeine Zeitung 22.01.2021, Seite 16